Wer hat den Adventskalender erfunden? Eine kurze Geschichte

Adventskalender und Weihnachtsdeko vor geschmücktem Weihnachtsbaum

Den Adventskalender hat nicht eine einzelne Person an einem bestimmten Tag erfunden. Er ist im 19. und frühen 20. Jahrhundert in Deutschland nach und nach entstanden. Als wichtigster Wegbereiter des gedruckten Adventskalenders gilt der Münchner Verleger Gerhard Lang.

Die Anfänge im 19. Jahrhundert

Schon im 19. Jahrhundert zählten Familien die Tage bis Weihnachten. Manche malten 24 Kreidestriche an die Tür, und die Kinder durften jeden Tag einen wegwischen. Andere hängten jeden Tag ein Bild auf oder zündeten eine Kerze an.

Gerhard Lang und der erste gedruckte Kalender

Gerhard Lang (1881–1974) wuchs als Sohn eines Pfarrers in Schwaben auf. Seine Mutter soll ihm als Kind 24 kleine Gebäckstücke auf einen Karton genäht haben, von denen er jeden Tag eines essen durfte. Als Verleger in München brachte Lang Anfang des 20. Jahrhunderts gedruckte Adventskalender heraus. Bei seinem Kalender „Im Lande des Christkinds“ schnitten Kinder jeden Tag ein Bild aus und klebten es auf.

Wann genau der erste gedruckte Kalender erschien, ist nicht ganz klar. Die Quellen nennen Jahreszahlen zwischen 1902 und 1908, und neben Lang werden auch andere frühe Kalender genannt.

Seit wann gibt es Türchen und Schokolade?

Kalender mit Türchen zum Öffnen kamen in den folgenden Jahrzehnten auf. Schokolade steckte schon in den 1930er Jahren in einzelnen Kalendern. Zum Massenprodukt wurde der Schokoladen-Adventskalender aber erst ab den 1950er Jahren.

Und heute?

Heute gibt es Adventskalender für fast jedes Hobby: mit Schokolade, Beauty-Produkten, Tee, Gewürzen, Schmuck oder Spielzeug. Geblieben ist die Idee: 24 kleine Freuden bis Weihnachten.

Was bedeutet „Advent“?

Das Wort kommt vom lateinischen „adventus“, auf Deutsch „Ankunft“. Gemeint ist die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten. 2026 beginnt der Advent am 29. November.